Beratung zu Veränderungen im Arbeitsmarkt

Die Zeit der sicheren Vollzeit-Lebensanstellungen ist vorbei. Ärmelschoner, Stechkarten und lebenslange Sicherheit sind nicht länger die Charakteristika von »Arbeit«. Arbeiten wird mehr und mehr eigenverantwortliches Agieren, Planen und Konzipieren auch außerhalb fester Bürozeiten und -gebäude.
Unsere Arbeitskultur wird sich daher verändern müssen! Dabei werden sich bekannte Trends wie die zunehmende Globalisierung des Arbeitsmarktes, die Alterung der Gesellschaft und eine weiter voranschreitende Tertiarisierung nicht länger nur in Statistiken abbilden, sondern für jeden Einzelnen spürbar werden. 

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Arbeit als Sinnstifter

Was bedeutet uns Arbeit eigentlich? Für die meisten Menschen geht es um weit mehr als um die tägliche Fron, mit der wir uns die monatliche Gehaltsüberweisung verdienen. Darüber hinaus strukturiert sie Tages- und Lebenszeit und dient manchen sogar der Selbstverwirklichung.
 
Wenn Arbeit mehr als nur Einkommensquelle ist, hält dies neue Herausforderungen für die Gesellschaft bereit: Für diejenigen, die über keine Lohnarbeit verfügen – und deren Zahl wird ständig steigen – müssen nicht nur finanzielle Sicherungssysteme bereitgehalten werden, sondern es gilt auch bei der Gestaltung eines sinnvollen und in die Gesellschaft integrierten Lebens zu unterstützen.

Der Arbeitsmarkt der Zukunft ist gespalten

 Unsere Gesellschaft altert, und zwar langfristig derart stark, dass selbst hohe Zuwanderung das Problem eines Arbeitskräftemangels nicht lösen wird können. Zwar wird rein rechnerisch dadurch in Zukunft die Arbeitslosigkeit abnehmen, doch klingt dies nur vordergründig nach einer guten Nachricht, da gespaltene Arbeitsmärkte entstehen: Während in einigen Branchen, Regionen und Berufen weiterhin das Angebot die Nachfrage nach Arbeitskräften übersteigen wird und Arbeitslosigkeit sogar noch größer wird, werden andere Arbeits-Teilmärkte wie leergefegt sein. Die Nachfrage nach Fachkräften und gut ausgebildeten Personen wird zunehmen, während ungelernte Kräfte es schwerer haben werden, Arbeit zu finden.
 Die Wissensgesellschaft stellt neue Anforderungen an Arbeitskräfte. Denk- und Koordinationsarbeit nimmt zu, der Wissensarbeiter verdrängt den Handarbeiter. Durch Automatisierung werden viele manuelle Tätigkeiten obsolet. Dies führt zu veränderten Berufs- und Anforderungsprofilen.

Die lebenslange Anstellung ist ausgestorben

Brüche und Diskontinuitäten im Lebenslauf werden der Regelfall. Die sichere lebenslange Vollzeitarbeitsstelle wird es kaum noch geben. Selbständigkeit, freiberufliche Projekttätigkeit, temporäre Erwerbslosigkeit oder mehrere Jobs gleichzeitig: dies wird für die meisten Menschen zur täglichen Wirklichkeit. Die im Industriezeitalter mit Arbeit einher gehende Abhängigkeit wird abgelöst durch Selbstbestimmtheit. Es werden neue Beschäftigungsformen entstehen, die vor allem durch Selbständigkeit geprägt sein werden.
 Es gibt erste Anzeichen, die diese Entwicklung belegen: Die Zahl der Selbständigen steigt stetig an und die Zahl der Vollzeit-Angestellten fällt. Auch die Diskussion um das so genannte »Prekariat« ist ein Indiz für diese Entwicklung. Prekär ist diese Form der Arbeit nur mit der Idealvorstellung der Vollzeitbeschäftigung im Kopf. Da diese Vorstellungen Illusion bleiben werden, sind Wirtschaft und Gesellschaft gefordert, Unterstützung für diejenigen zu leisten, die heute noch mit temporären Jobs, Teilzeitstellen oder Selbständigkeit kaum über die Runden kommen. Die Rahmenbedingungen für die »neue Arbeit« sind noch nicht geschaffen und die Schere zwischen gut bezahlten Vollzeit-Jobs und relativ unsicheren Arbeitsverhältnissen muss langsam geschlossen werden.

Der Arbeitsmarkt wird global

 Die Welt ist vernetzt und es ist heute unmöglich, die Zukunft der Arbeit in Deutschland zu diskutieren ohne dabei einen Blick auf die ganze Welt zu werfen. Die Globalisierung und eine verstärkte Liberalisierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik tragen zum Entstehen eines globalen Arbeitsmarktes bei. Immer mehr Jobs werden ortsunabhängig erledigt. Die Globalisierung macht also auch vor den Arbeitsmärkten nicht halt, stößt aber schnell dort an Grenzen, wo persönlicher Kundenkontakt unerlässlich ist.
 Die nationalen Grenzen der Arbeitsmärkte werden nicht von heute auf morgen aufgeweicht. Obwohl medienhysterische Darstellungen anderes erwarten ließen: der Anteil der ins Ausland ausgelagerten Jobs betrifft tatsächlich nur einen sehr kleinen Bruchteil der Arbeitsplätze. Es muss außerdem die Frage beantwortet werden, welche Aufgaben im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung im Inland erledigt und welche exportiert werden sollen. Für Staaten, die sich die Wissensgesellschaft auf die Fahne schreiben, ist es durchaus sinnvoll und produktiv, »einfache« Tätigkeiten auszulagern. Die westlichen Industrienationen können nicht mit China konkurrieren, wenn es um die Herstellung billiger Massenprodukte geht. Haben entwickelte Länder erst einmal die Bedeutung von Investitionen in Bildung verstanden, braucht auch die Auslagerung von Tätigkeiten in Billiglohnländer keine Schreckensszenarien mehr hervorrufen.

Evolution der Arbeit

 Im Übergang von der agrarischen Ökonomie über die Industriewirtschaft zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft steigt die Komplexität der Umwelt und Unternehmen zeigen entsprechende Reaktionen, um mit den anspruchsvoller werdenden äußeren Bedingungen fertig zu werden. Die Komplexität der Umwelt erfordert flexibles Agieren, Standardprozesse sind nicht länger ein geeignetes Werkzeug. Der Zugang zu Information wird ständig größer, unsere Wahlmöglichkeiten erweitern sich und als Folge differenziert sich die Arbeitswelt fortlaufend aus.
 Nur Varietät kann Varietät absorbieren, sagt der Kybernetiker Ross Ashby. In den meisten Situationen gibt es heute unterschiedliche Antwortmöglichkeiten. Die Vielzahl der Antwortmöglichkeiten macht ein System komplex. Je komplexer die Welt »draußen« wird, desto komplexer muss es auch im Unternehmen »drinnen« werden. Stärker als bisher muss daher Vielfalt in der inneren Struktur von Unternehmen nicht nur akzeptiert, sondern auch kultiviert werden.